6. Kennzahlen der fundamentalen Aktienanalyse

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Die Technische Aktienanalyse als Alternative zur Fundamentalen Aktienanalyse und ihre Anwendbarkeit in der Praxis

Inhaltsverzeichnis

2. Die Aktienanalyse im Überblick
2.1 Entstehung und geschichtlicher Hintergrund
2.2 Verfahren der Aktienanalyse
2.3 Gegenüberstellung der Technischen und Fundamentalen Aktienanalyse

3. Annahmen, Ausgangspunkt und Aufgaben/Ziele der Technischen Aktienanalyse
3.1 Ursprung und Annahmen der Technischen Aktienanalyse
3.1.1 Die Dow-Theorie
3.1.2 Der Kurstrend im Mittelpunkt der Analyse
3.2 Aufgaben und Ziele der Technischen Aktienanalyse
3.3 Der Kurschart als Ausgangspunkt und Handwerkszeug des Chartisten

4. Instrumente und theoretische Möglichkeiten 25 der Technischen Aktienanalyse
4.1 Charttechnik – die traditionelle Analysemethode
4.1.1 Unterstützungen und Widerstände
4.1.2 Trendbestätigungsformationen
4.1.3 Trendwendeformationen
4.2 Das Trendfolgemodell der gleitenden Durchschnitte als Vertreter der modernen Technischen Aktienanalyse

5. Prüfung der Anwendbarkeit technischer Instrumente in der Praxis
5.1 Formulierungen bestimmter Analysegesichtspunkte
5.2 Beurteilungen langfristiger Kursbilder verschiedener Aktien

6. Fazit der Untersuchung und der Ausblick

für die Technische Aktienanalyse

Anhang I – Siemens – Monats- und Wochenchart

Anhang II – Adidas – Monats- und Wochenchart

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abstract

In dieser Arbeit soll die Technische Aktienanalyse als Alternative zur Fundamentalen Aktienanalyse vorgestellt und ihre Anwendbarkeit in der Praxis untersucht werden. Dabei werden beide Methoden anhand verschiedener Kriterien voneinander abzugrenzen, da beide zwar das gleiche Ziel verfolgen, jedoch auf grundlegend verschiedenen Ansätzen beruhen.

Während die Fundamentale Aktienanalyse bei der Bewertung von Aktien sowie auf unternehmensinterne als auch auf -externe Daten zurückgreift, bedient sich die Technische Aktienanalyse im Wesentlichen der Kursdaten der jeweiligen Aktie, deren Entwicklung sich anhand eines so genannten Charts grafisch darstellen lässt.

Bei der Herausarbeitung von Stärken und Schwächen der Analysemethoden wird ersichtlich, dass zwar beide Verfahren ihren Beitrag zur Aktienanalyse zu leisten im Stande sind, jedoch sowohl der Technischen als auch der Fundamentale Aktienanalyse einige Mängel vorzuwerfen sind. Die Technische Aktienanalyse geht davon aus, dass sich Aktien gerichtet in so genannten Trends bewegen und die Vorhersage zukünftiger Kursentwicklungen anhand der Deutung des Kursverlaufes möglich ist. Zur Kursprognose bzw. zur Erfassung dieses Trends hält die traditionelle Technische Aktienanalyse – die Chartanalyse – verschiedene Instrumente bereit.

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Die moderne Technische Aktienanalyse, deren Instrumente auf stochastischen Ansätzen beruhen, wurde bis auf das Trendfolgemodell der gleitenden Durchschnitte weitestgehend außer Acht gelassen.

Bei der Anwendung der vorgestellten Instrumente auf praktischer Ebene wird deutlich, dass die Charttechnik durchaus eine hilfreiche Unterstützung bei der Bewertung von Aktien darstellt, jedoch aufgrund zahlreicher Schwächen keines-wegs das Allheilmittel für den sicheren Erfolg am Aktienmarkt darstellt. Aufgrund der Tatsache, dass die Technische Aktienanalyse das Betreiben der Fundamentalen Aktienanalyse voraussetzt, wäre eine Verdrängung der Fundamentalen Aktienanalyse durch die Technische Aktienanalyse nicht möglich.

1. Einleitung

Der Aktienmarkt bietet langfristig attraktive Investitionsmöglichkeiten.

Den hohen Wachstumschancen stehen jedoch entsprechende Risiken gegen-über. Um den Anlageerfolg nachhaltig beeinflussen zu können, stehen dem Kapitalanleger die Fundamentale und die Technische Aktienanalyse zur Verfügung. Die Fundamentale Aktienanalyse konnte sich bis heute als die am weitesten verbreitete Methode zur Aktienbewertung durchsetzen. Neben dieser Analysemethode konnte sich in den letzten Jahrzehnten die Technische Aktienanalyse zunehmender Beliebt- und Bekanntheit erfreuen. Während der Begriff Technische Analyse allgemein die Beurteilung aller Handelsgüter umfasst, deren Preise durch das freie Spiel von Angebot und Nachfrage gebildet werden, beschränkt sich die Technische Aktienanalyse auf die Analyse von Aktien.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Technischen Aktienanalyse als Alternative zur Fundamentalen Aktienanalyse und ihrer Anwendbarkeit in der Praxis. Ziel der Arbeit ist neben der Vorstellung der Technischen Aktienanalyse die Beantwortung der Frage, ob und inwieweit diese Analysemethode einerseits einen nützlichen Beitrag zur Aktienanalyse leisten kann und andererseits eine ernstzunehmende Konkurrenz für die Fundamentalen Aktienanalyse darstellt. Die Arbeit umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil, wobei dem theoretischen Teil ein weitaus größerer Teil eingeräumt werden soll. Im folgenden Teil der Arbeit soll nach einem kurzen geschichtlichen Rückblick und einer Einführung in das System der Verfahren zur Aktienanalyse eine Gegenüberstellung von Fundamentaler und Technischer Aktienanalyse vorgenommen werden. Neben der begrifflichen Abgrenzung werden spezielle Wesenzüge und Stärken und Schwächen der jeweiligen Methoden heraus-gearbeitet.

Dann werden zum einen die Grundannahmen und Theorien beleuchtet, welche der Technischen Aktienanalyse zugrunde liegen. Zum anderen werden die Aufgaben und Ziele dieser Methoden besprochen.

Bevor im nächsten Abschnitt die wichtigsten Instrumente der Technischen Aktienanalyse vorgestellt werden, wird der Aufbau des Kurscharts einer Aktie als Ausgangspunkt der Analyse beschrieben, soweit dies für diese Arbeit notwendig ist.

Anschließend werden die Instrumente der klassischen Technischen Aktienanalyse – der Chartanalyse – besprochen, während die Instrumente der modernen Technischen Aktienanalyse aus Platzgründen zum größten Teil vernachlässigt werden sollen.

Da in der Literatur zu diesem Thema weitestgehend einheitliche Aussagen vor–zufinden sind, stützt sich diese Arbeit im Wesentlichen auf einige Standard-werke, wobei abweichende und ergänzende Aussagen aus anderen Quellen einflossen.

Im praktischen Teil der Arbeit sollen mit Hilfe der vorgestellten Instrumente die langfristigen Kursverläufe von zwei Aktienwerten analysiert werden, um die Anwendbarkeit der Chartanalyse beurteilen zu können.

Abschließenden wird neben der Auswertung der Untersuchung auch ein Blick auf die Zukunft der Technischen Aktienanalyse geworfen.

2. Die Aktienanalyse im Überblick

2.1 Entstehung und geschichtlicher Hintergrund

Die Geschichte der professionellen Aktienanalyse geht zurück bis in die zwanziger bzw. dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts. Zu dieser Zeit herrschte an den US-amerikanischen Aktienmärkten eine bis dahin noch nie da gewesene Volatilität. Auf den Börsenkrach im Jahre 1929, welcher den seit 1921 andauernden Börsenboom beendete, folgten Börsenjahre, welche durch ausgeprägte Kurs-bewegungen in beide Richtungen gekennzeichnet waren. 1 In diesen Zeiten waren Entscheidungshilfen für die Anlage in Aktien gefragt, da man sich nun nicht mehr auf die stetigen Kurssteigerungen verlassen konnte, wie noch vor einigen Jahren.

Gesetzesverabschiedungen, die der breiten Öffentlichkeit Zugang zu den Finanzinformationen der Unternehmen verschafften, ermöglichten es den Marktteilnehmern, sich ernsthaft mit der Analyse von Aktien auseinander-zusetzen. Dies war bis dahin nur den Investmentbanken vorbehalten. 2 Das 1934 erschienene Buch ‚Security Analysis‘ von Benjamin Graham und David Dodd enthielt den ersten Ansatz zur Ermittlung des Bilanzwertes, der Ertragskraft eines Unternehmens und Kriterien zur Aktienauswahl. Dieses Buch gilt heute als der Beginn der Fundamentalen Aktienanalyse. 3 Bereits einige Jahrzehnte früher befasste sich der Amerikaner Charles Dow mit den Kursbewegungen am Aktienmarkt. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen bilden die Grundlagen für die Technische Aktienanalyse. Ins Licht der Öffentlichkeit rückten seine Erkenntnisse dreißiger Jahren.

2.2 Verfahren der Aktienanalyse

Bezüglich der Verfahren zur Aktienanalyse kann die Unterscheidung zwischen einzelwertorientierten und kapitalmarktorientierten Methoden vorgenommen werden. Unter einzelwertorientierten Methoden sind traditionelle Verfahren der Aktienanalyse zu verstehen, wo eine isolierte Bewertung der Aktien ohne Portefeuillebezug vorgenommen wird. Dazu zählen die Fundamentale und die Markttechnische Aktienanalyse. Zweitere teilt sich wiederum in die Technische Aktienanalyse (TAA) und die Random-Walk-Hypothese (RWH).

Kapitalmarkttheoretische Methoden hingegen sind moderne Ansätze, welche einerseits portefeuillebezogen sind und von der Gleichgewichtsannahme am Markt ausgehen und anderseits auf bestimmten Faktormodellen und der Annahme der Arbitragefreiheit aufbauen. 4 Die professionelle Anwendung dieser Methoden ist erst durch die rasante Entwicklung der Computertechnologie in den letzten Jahrzehnten möglich geworden. Somit konnten größere Datenmengen ohne großen Zeitaufwand verarbeitet werden.

Andererseits kann auch die Unterscheidung zwischen Preisbildungsmodellen, wozu unter anderem die RWH zählt, und Preisprognosemodellen, zu welchen die FAA und die TAA gehören, vorgenommen werden. 5

In dieser Arbeit soll im Wesentlichen die Charttechnik als traditioneller Aspekt der Technischen Aktienanalyse behandelt werden. Von den Instrumenten der modernen TAA soll lediglich das Modell der gleitenden Durchschnitte als Vertreter der Trendfolgeindikatoren vorgestellt werden, da es durch die Anwendbarkeit auf den Kurschart in gewisser Weise Bestandteil der Chartanalyse ist.

Die Random-Walk -Hypothese stellt das Gegenstück zur Technischen Analyse auf der Ebene der Markttechnischen Aktienanalyse dar.

Sie geht von der Annahme effizienter Märkte und der zufälligen Schwankung der Aktienkurse um ihren inneren Wert aus. Danach bestehen keine Abhängigkeiten zwischen vergangenen und zukünftigen AktienkursEntwicklungen. Neben der TAA wird auch die FAA in Frage gestellt. 6 Dies führt zu der Schlussfolgerung, dass mit der Geldanlage in Aktien lediglich durch Zufall ein besseres Anlageergebnis als das des Marktdurchschnitts zu erzielen ist. 7 Die so genannte ‚buy-and-hold-Strategie’ 8 ist demnach die beste Möglichkeit am Aktienmarkt Geld zu verdienen.

Auf Random-Walk-Hypothese soll jedoch nicht weiter eingegangen werden.

2.3 Gegenüberstellung der Technischen und Fundamentalen Aktienanalyse

Aufgrund der gegensätzlichen Auffassungen von Fundamentaler und Technischer Aktienanalyse soll an dieser Stelle eine Abgrenzung vorgenommen werden, um dem Leser die Wesenszüge der beiden Ansätze verdeutlichen zu können. In diesem Zusammenhang können vor allem auch die Stärken und Schwächen beider Verfahren beleuchtet werden.

Die Fundamentale Aktienanalyse kann zweifelsohne als das am weitesten verbreitete Konzept der einzelwertorientierten Aktienanalyse bezeichnet werden. 9 In der Grundannahme dieser Methode wird davon ausgegangen, dass der Börsenkurs einer Aktie im Laufe der Zeit um den realen bzw. inneren Wert des Unternehmensanteils schwankt. Folglich ist der Wert der Aktie an der Börse zeitweise unter-, über- bzw. angemessen bewertet. Der Kauf einer Aktie ist nach dieser Überlegung also nur dann sinnvoll, wenn der Börsenkurs unterbewertet ist, da eine Angleichung an den inneren Wert zu erwarten ist. 10

Die eigentliche Aufgabe der Fundamentalanalyse besteht nun darin, den inneren Wert eines Unternehmensanteils zu bestimmen. 11 Dazu muss zunächst der Wert des entsprechenden Unternehmens anhand bestimmter Kennzahlen berechnet und anschließend durch die Anzahl der Aktien dividiert werden. 12 Der Vergleich des errechneten inneren Wertes mit dem Börsenkurs gibt nun Aufschluss darüber, ob die Aktie an der Börse unter-, über- oder angemessen bewertet ist. Wie bereits erwähnt, kann die Aktie gekauft werden, wenn der Börsenkurs unter dem inneren Wert liegt. Im umgekehrten Falle sollte sie verkauft werden. Bei der Ermittlung des Unternehmenswertes wird zwischen der Substanz- und der Ertragswertmethode unterschieden, wobei nicht weiter auf diese Methoden eingegangen werden soll. 13 Zur Bestimmung des inneren Wertes werden neben Unternehmensdaten auch gesamtwirtschaftliche Einfluß-größen berücksichtigt. 14

Die Technische Aktienanalyse hingegen beschränkt sich bei der Aktienbeurteilung lediglich auf die Betrachtung der historischen Kurs- und Umsatzentwicklung der entsprechenden Aktie, welche sich in Form eines so genannten Charts grafisch darstellen lässt. 15 Darin spiegelt sich nach Ansicht der technischen Analysten das Verhalten der Marktteilnehmer auf der Angebots- und Nachfrageseite wider. 16 Dabei ist nicht entscheidend, warum sich die Kurse in die eine oder andere Richtung entwickeln. 17

Grundlegende Philosophie und eigentliche Berechtigung für die Anwendung der Technischen Analyse ist die Auffassung, dass sich Aktienkurse nicht richtungslos bewegen, sondern in so genannten Trends verlaufen und die Kurs-prognose aus der Beobachtung charakteristischer Kursverläufe, so genannter Kursformationen, möglich ist. 18 Der eigentliche Schwerpunkt liegt dabei jedoch nicht auf der Abgabe von Kursprognosen, sondern eher in der Ermittlung der aktuellen Trendsituation und auf dem Erkennen von Trendwendesignalen. 19 Für die Verfechter dieser Analysemethode „ist eine Aktie nur soviel wert, wie am Markt für sie bezahlt wird“, wodurch die grundsätzliche Abgrenzung zur FAA deutlich wird. 20

Generell kann bereits an dieser Stelle gesagt werden, dass sich beide Analyse-methoden darin unterscheiden, dass die FAA aktiver und die TAA passiver Natur ist. Durch das Analysieren und Erstellen von Kursprognosen auf fundamentaler Basis und den daraus resultierenden Handelsaktivitäten der Marktteilnehmer wird der Kursverlauf einer Aktie maßgeblich beeinflusst. 21 Die Möglichkeit der technischen Auswertung des Kursverlaufs basiert im Grunde also auf den durch die FAA geprägten Kursbewegungen. John J. Murphy drückte in seinem Buch „Technische Analyse“ diesen Zusammenhang sehr treffend aus: „Der Fundamentalist studiert die Ursachen von Marktbewegungen, während der Techniker die Auswirkungen untersucht.“ 22 Die Technische Aktienanalyse bedingt somit förmlich das Betreiben der Fundamentalen Aktienanalyse. 23

Dieser Einfluss fundamentaler Faktoren auf die Aktienkurse wird von den technischen Analysten also nicht geleugnet, jedoch die Möglichkeit, Aktienkurse auf dieser Basis prognostizieren zu können. 24 John Bollinger, Entwickler des bekannten Bollinger-Bands-Indikators 25 , meinte in einem Interview hierzu: „Die Fundamentale Analyse ist zwar gut geeignet, ein Unternehmen zu analysieren, aber nicht eine Aktie.“ 26

Des Weiteren kann festgestellt werden, dass die Erwartungen der Anleger, welche sich in Form von Angst und Gier in den Aktienkursen niederschlagen, bei der technischen Analyse in vollem Umfang berücksichtigt werden, während die wirtschaftlichen Einflussgrößen völlig außer Acht gelassen werden. Bei der fundamentalen Analyse hingegen werden lediglich die wirtschaftlichen Zusammenhänge betrachtet, ohne jedoch dem psychologischen Einfluss einen Stellenwert einzuräumen. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass die FAA zwar bestrebt ist, den wahren Wert einer Aktie zu berechnen, sich aber nicht mit dem Marktwert derselben beschäftigt, während die TAA den Marktwert kennt, ohne sich für den wahren Wert der Aktie zu beschäftigen.

Bei der nun folgenden Gegenüberstellung beider Methoden ist es notwendig, um diese unterschiedlichen Philosophien zu wissen. 27 Außerdem ist zu beachten, dass die FAA zwar die Richtung des Aktienkurses aufgrund eines bestimmten Ereignisses, wie etwa der Bekanntgabe des Jahresergebnisses, vorauszusagen vermag, jedoch nicht das Ausmaß der entsprechenden Bewegung. Die TAA hingegen vermag beispielsweise durch die Lokalisierung von Unterstützungs- und Widerstandsbereichen potentielle Kursziele zu bestimmen, beschäftigt sich jedoch nicht vordergründig mit der möglichen Richtung, welche der Kurs einschlagen sollte. Das Sprichwort „Der Markt hat immer recht“ verdeutlicht diese Haltung.

Anhand einzelner Kriterien und Aspekte entscheidende Stärken und Schwächen der Technischen und Fundamentalen Analyse herausarbeiten. Zunächst soll das Thema der Fristigkeit besprochen werden. Bei der Fundamentalen Aktienanalyse werden die zur Berechnung der Kennzahlen benötigten volks- und betriebswirtschaftlichen Daten allenfalls monatlich, in der Regel jedoch nur Quartalsweise und zudem mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung veröffentlicht. 28 Allein daraus kann geschlussfolgert werden, dass die Fundamentalanalyse weniger zur kurzfristigen als eher zur mittel- bzw. längerfristigen Kursprognose geeignet ist. 29 Die strategische Auswahlentscheidung von Aktien steht also im Vorder-grund. 30

Der Anwender der Technischen Aktienanalyse hingegen hat durch den ständigen Zugang zu aktuellen aber auch historischen Kursdaten die Möglich-keit, sowohl die langfristige als auch die kurzfristige Analyse einer Aktie vornehmen zu können. 31 Bei kombinierter Anwendung beider Methoden kann durch die langfristige Beurteilung auf Basis beider Methoden festgestellt werden, inwieweit sich die entsprechenden Analyseergebnisse bestätigen. Sollten beide Methoden zu einem positiven Ergebnis führen, kann die TAA für das Timing 32 eingesetzt werden. 33 Vor allem in extremen Marktphasen, in denen die Anlageentscheidungen der Marktteilnehmer zum großen Teil durch psychologische Einflüsse gelenkt werden, ist die parallele Anwendung beider Methoden zu empfehlen. Während mithilfe der fundamentalen Betrachtung die Unter- bzw. Überbewertung einer Aktie festgestellt werden kann, jedoch nicht der Zeitpunkt zum eigentlichen Handeln, vermag der Analyst auf technischem Wege den Reaktionspunkt ausfindig zu machen. 34

In diesem Zusammenhang möchte ich die sehr verbreitete Ansicht aufgreifen, daß die Börse ein Vorläufer für die wirtschaftliche Entwicklung ist. Danach wäre das technische Analyseergebnis dem fundamentalen stets einen Schritt voraus. 35

Für die langfristige Analyse auf technischer Ebene werden jedoch entsprechend historische Kursdaten benötigt, um das langfristige Trendverhalten bzw. langfristiger Unterstützungs- oder Widerstandszonen ausfindig machen zu können. Sehr deutlich wird der Bedarf an historischen Daten bei gleitenden Durchschnitten, auf welche an späterer Stelle noch genauer eingegangen wird. So werden beispielsweise für die Berechnung der 200-Tage-Durchschnittslinie nahezu die Kursdaten eines ganzen Börsenjahres benötigt, bevor der erste Wert berechnet werden kann. Vor allem aber wird die Einschränkung der technischen Betrachtung bei neu emittierten bzw. erst seit kurzer Zeit gehandelten Aktien deutlich.

In der Literatur wird oft bemängelt, dass Handelssignale auf Basis der TAA erst recht spät generiert werden, wodurch nicht der maximale Erfolg für den Anleger erzielbar ist. 36 Dies hängt damit zusammen, dass für den Vollzug einer Trendwende zunächst eine Mindestbewegung des Kurses in die neue Trendrichtung erforderlich ist.

Ein weiteres Kriterium sind die Spielräume des Analysten, also die Möglichkeiten bei der Analyse zwischen verschiedenen Instrumenten bzw. Bewertungsmethoden wählen zu können.

Bei der FAA bestehen weniger in der Bewertung der materiellen als vielmehr bei den immateriellen Vermögensgegenständen große Spielräume, was vor allem bei größeren Unternehmen zu erheblichen Wertabweichungen bei der Ermittlung des Unternehmenswertes führen kann. Vor allem aber bei der Schätzung ungewisser Erwartungsgrößen für die Zukunft, wie z.B. dem Gewinn, der Dividende oder dem Zins besteht die Gefahr der Fehlprognose. 37 Weiter muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es keine einheitliche Definition für die Ermittlung des ‚realen‘ Aktienwertes gibt. 38

Dennoch ist der Spielraum durch gesetzliche Vorschriften eingeschränkt, was bei der Technischen Aktienanalyse nicht der Fall ist. Hier ist einerseits durch das enorme Angebot an verschiedenen Instrumenten und der unzähligen Kombinationsmöglichkeiten und andererseits durch die willkürliche Definierbarkeit der Handelsregeln und entsprechender Parameter keine objektive Nachprüfbarkeit bzw. Kontrolle möglich. Vor allem bei der Erkennung bestimmter Kursmuster sind der Fantasie fast keine Grenzen gesetzt und die Wahrscheinlichkeit der Fehlinterpretation und Willkür sehr hoch. 39

Die in der Literatur angeführten Beispiele für bestimmte Kursverläufe, welche einerseits der Illustration und andererseits als Beweis für das Funktionieren der TAA dienen, sollten sehr kritisch betrachtet werden. Der Leser sollte sich darüber im Klaren sein, dass solche lehrbuchhaften und mustergültigen Kursverläufe in der Praxis eher selten vorkommen. 40 Vor allem besteht die Gefahr, dass diese einfachen Darstellungen bei Lesern, welche sich erst seit kurzem mit dieser Analysemethode beschäftigen, den Eindruck erwecken, dass die Analyse auf technischer Basis sehr einfach ist.

Darüber hinaus besteht bei der Anwendung charttechnischer Instrumente vor allem bei Laien das Problem, bestimmte Kursformationen erkennen zu wollen. Zu verheerenden Auswirkungen kann dieses ‚Wunschdenken‘ führen, wenn beispielsweise vorzeitig auf eine potentielle Kursformation reagiert wird, um frühzeitig von der erwarteten Kursbewegung profitieren zu können.

Bezüglich des Umfanges an zu erhebende Daten und des Zeitaufwandes, welcher für die Erstellung einer Analyse bzw. zur Bewertung einer Aktie benötigt wird, hat der technische Analyst einen enormen Vorteil gegenüber seinem fundamental orientierten Kollegen: Während für die fundamentale Analyse unzählige unternehmensinterne und -externe Daten benötigt werden und die Berechnung mehrere Stunden in Anspruch nimmt, benötigt ein geübter Markttechniker lediglich den Aktienchart auf dem Papier, Bleistift und Lineal bzw. einen Computer mit der entsprechenden Software zur Berechnung diverser Indikatoren, um in weniger als einer halben Stunde die Analyse eines Aktiencharts durchführen zu können. 41 Dieser Vorteil wird vor allem dann deutlich, wenn die Aktien mehrerer Unternehmen beurteilt werden sollen. 42

In der Regel greifen die fundamental orientierten Marktteilnehmer auf die Analyseergebnisse professioneller Analysten zurück, welche jedoch bezüglich Kauf- bzw. Verkaufs-Empfehlungen eher zurückhaltend eingestellt sind. 43 Ein weiteres Problem bei der Fundamentalen Aktienanalyse ist die fehlende Vergleichbarkeit fundamentaler Analyseergebnisse mit Ergebnissen früherer Geschäftsjahre im Falle von Änderungen der Bilanzierungsvorschriften oder bei veränderten unternehmensexternen Einflussgrößen.

Auch der Vergleich von Analyseergebnissen von Unternehmen verschiedener Länder ist durch die unterschiedlichen Bilanzierungsvorschriften nur bedingt möglich und wird zudem durch den Einfluss verschiedener Unternehmensumwelten zusätzlich erschwert.

Demgegenüber ist der Vergleich von beispielsweise amerikanischen und deutschen Aktiencharts in der Regel unproblematisch. 44

Nachdem die bedeutendsten Stärken und Schwächen der beiden Analysemethoden betrachtet wurden, sollen nun noch einige wichtige Punkte angesprochen werden.

Johannes Welcker führt in seinem Buch „Technische Analyse“ an, dass generell kaum die Möglichkeit eines Informationsvorsprungs eines einzelnen Marktteilnehmers auf fundamentaler Ebene besteht, also in der Regel auch keine bessere Markteinschätzung gegenüber der Mehrheit der Marktteilnehmer möglich ist. Insider sind bekanntlich besser informiert als die Mehrheit der Anleger. Außerdem ist er der Meinung, dass die zukünftige Entwicklung der Kurse nicht durch eine ‚richtige‘ Prognose zu ermitteln ist, sondern davon abhängt, was die Mehrheit der Marktteilnehmer glaubt. 45

Mit der Überlegung, dass z.B. Aktienkäufe mit beispielsweise der Absicht der Mehrheitsbeteiligung bzw. Aktienverkäufe aus dem Bedarf liquider finanzieller Mittel trotz gegensätzlicher Markteinschätzung vorgenommen werden und somit ein unberechenbarer Einfluss auf den Aktienmarkt besteht, beleuchten Welcker und Perk einen weiteren wichtigen Aspekt. 46 Neben Gier und Angst als psychologische Einflüsse, wird der Aktienmarkt zusätzlich durch scheinbar unlogische Handelsentscheidungen in der Weise beeinflusst, dass eine fundamentale Einschätzung sehr schwierig wird. 47

Diese Überlegungen können jedoch teilweise entkräftet werden, da die entsprechenden Einflüsse den Aktienmarkt zumeist nur kurz- bzw. mittelfristig beeinflussen, während die FAA wie bereits erwähnt eher langfristig orientiert ist.

Gerald Cesar sieht „in der unbestimmbaren Beziehung zwischen ökonomischen Tatsachen und der Erwartungshaltung der Marktteilnehmer einen wesentlichen Grund für das Betreiben Technischer Analyse“. 48

Sehr oft wird der Technischen Analyse vorgeworfen wird, dass die Publizierung technisch bewerteter Marktsituationen bzw. die daraus resultierenden Handelssignale eine ’sich selbst erfüllende Prophezeiung‘ zur Folge haben, da sehr viele, in gleicher Weise handelnde Marktteilnehmer eine bestimmte Kursentwicklung ‚heraufbeschwören‘.

John J. Murphy weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass diese Kritik wohl eher gegenüber der Fundamentalen Aktienanalyse zu äußern wäre, welche durch ihre große Anhängerzahl und die weit verbreiteten Analystenempfehlungen einen wesentlich größeren Einfluss auf den Aktienmarkt ausübt. Außerdem widerspricht dieser Kritikpunkt dem allgemein subjektiven Charakter, welcher der TAA vorgehalten wird. 49

Trotz der anhaltenden Diskussionen über die Vorteilhaftigkeit der ein oder anderen Methode kommen einige Autoren, welche sich mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, zu dem Ergebnis, dass die zunehmende Komplexität der Aktienmärkte die Anwendung beider Analysemethoden sinnvoll erscheinen lässt, da sich anhand beider Verfahren Erkenntnisse über die zukünftige Kursentwicklung gewinnen lassen. 50

Zum Ende dieser Gegenüberstellung kann bezüglich der Qualität einer Aktienanalyse generell festgehalten werden, dass sowohl bei der einen als auch bei der anderen Methode entscheidend ist, inwieweit der Anwender über die nötige Erfahrung und das nicht selten über Erfolg oder Misserfolg entscheidende Fingerspitzengefühl verfügt. 51

Vor allem bei der TAA ist abhängig vom Anlagehorizont und der Risiko-bereitschaft des Anwenders sehr entscheidend, mit welchen Instrumenten bzw.

1 Vgl. Cesar: Aktienanalyse heute, 1996, S.1

2 Vgl. Dornbusch: Untersuchung von Modellen der Fundamentalen und Technischen Aktienanalyse, 1999, S.25

3 Vgl. Dornbusch: Untersuchung von Modellen der Fundamentalen und Technischen Aktienanalyse, 1999, S.25

4 Vgl. Dissertation zum Thema „Anwendung abhängigkeitsanalytischer Verfahren auf den deutschen Aktienmarkt – Eine empirische Untersuchung“ Friedel, 2001

5 Vgl. Kasparzak, R.: Aktienkursbildung, 1997, S.23

6 Vgl. Perk „Professionelle Aktienanalyse, 1990, S.8

7 Vgl. Buchner, Grundzüge der Finanzanalyse, 1981, S.251

8 Die ‚buy-and-hold-Strategie’ bedeutet in diesem Zusammenhang den langfristigen Kauf von Aktien ohne zwischenzeitliches Handeln.

9 Vgl. Priermeier: Geld verdienen mit Fundamentalanalyse, 2002, S.12

10 Vgl. Buchner, Robert: Grundzüge der Finanzanalyse, 1981, S.221

11 Vgl. Perk: Professionelle Aktienanalyse, 1990, S.3

12 Quelle: Technische vs. Fundamental-Analyse, Traders, 01/2004, S.62f,

13 siehe hierzu Priermeier: Geld verdienen mit Fundamentalanalyse

14 Vgl. Peters: Kapitalmarkttheorie & Aktienmarktanalyse, 1987

15 Vgl. Priermeier: Geld verdienen mit Technischer Aktienanalyse, 1998, S.11

16 Vgl. Perk: Professionelle Aktienanalyse, 1990, S.10

17 Vgl. Cesar: Aktienanalyse heute, 1996, S.5

18 Vgl. Buchner: Grundzüge der Finanzanalyse, 1981, S.240

19 Vgl. Herrling/Krapf: Der Wertpapier- und Anlage-Ratgeber, 1990, S.135

20 Cesar: Aktienanalyse heute, 1996, S.5

21 Vgl. Stöttner: Finanzanalyse, 1989, S.10

22 Murphy: Technische Analyse der Finanzmärkte, 1999, S.24

23 Vgl. Cesar: Aktienanalyse heute, 1996, S.79f.

24 Vgl. Dornbusch: Untersuchung von Modellen der Fundamentalen und Technischen Aktienanalyse, 1999, S.38

25 Die ‚Bollinger Bands’ sind Trendfolgeindikatoren – mehr dazu in Abschnitt 4.2

26 Etzkorn: John Bollinger – Fokus auf die Märkte, Der aktive Trader 09/2002, S.90

27 Vgl. Cesar: Aktienanalyse heute, 1996, S. 79

28 Vgl. Welcker: Technische Aktienanalyse, 1994, S.19

29 Vgl. Priermeier: Geld verdienen mit Fundamentalanalyse, 2002, S.12

30 Vgl. Artikel: Technische vs. Fundamental-Analyse, Traders 01/2004, S.62f.

31 Vgl. Priermeier: Geld verdienen mit Fundamentalanalyse, 2002, S.13

32 Unter dem Begriff ‚Timing’ ist die Abstimmung des Kauf- bzw. Verkaufszeitpunktes zu verstehen.

33 Vgl. Priermeier: Geld verdienen mit Fundamentalanalyse, 2002, S.13

34 Vgl. Dornbusch: Untersuchung von Modellen der Fundamentalen und Technischen Aktienanalyse, 1999, S.37

35 Vgl. Murphy: Technische Analyse der Finanzmärkte, 1999, S.25

36 Vgl. Friedel: Dissertation zum Thema „Anwendung abhängigkeitsanalytischer Verfahren auf den deutschen Aktienmarkt – Eine empirische Untersuchung“, 2001

37 Vgl. Dornbusch: Untersuchung von Modellen der Fundamentalen und Technischen Aktienanalyse, 1999, S.45

38 Vgl. Welcker: Technische Aktienanalyse, 1994, S.19

39 Vgl. Murphy,: Technische Analyse der Finanzmärkte, 1999, S.34

40 Vgl. Uhlig: Finanzmarktanalyse,

41 Vgl. Abel/Reich: Qualitative Wertpapieranalyse auf dem IBM PC, 1987, S.35

42 Vgl. Murphy: Technische Analyse der Finanzmärkte, 1999, S.26f.

43 Vgl. Welcker: Technische Aktienanalyse, 1994, S.19

44 Vgl. Perk, Reinhold „Professionelle Aktienanalyse“ München 1990, S.21

45 Vgl. Welcker: Technische Aktienanalyse, 1994, S.21f.

46 Vgl. Welcker: Technische Aktienanalyse, 1994, S.23; Perk: Professionelle Aktienanalyse, 1990, S.11

47 Vgl. Cesar: Aktienanalyse heute, 1996, S.80

48 Cesar: Aktienanalyse heute, 1996, S.80

49 Vgl. Murphy: Technische Analyse der Finanzmärkte, 1999, S.34ff.

50 Vgl. hierzu beispielsweise Cesar: Aktienanalyse heute, 1996, S.6; Priermeier: Geld verdienen mit Fundamentalanalyse, 2002, S.13; Dette: Kursbildung am Aktienmarkt, 1998, S.53

51 Vgl. Herrling/Krapf: Der Wertpapier- und Anlage-Ratgeber, 1990, S.135

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In diesem Ratgeber erfahren Sie mehr zu folgenden Themen:

Die Glaubensfrage: Technische Analyse oder Fundamentalanalyse?

Die Fundamentalanalyse will den fairen oder angemessenen Preis von Wertpapieren („innerer Wert“, „fair value“) zu ermitteln. Anders als die Chartanalyse basiert sie nicht auf einer Betrachtung von Börsenkursen, sondern auf betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Daten, den sogenannten Fundamentaldaten. Es geht also um viel mehr als um die Aktienanalyse von börsennotierten Aktiengesellschaften, auch Devisen-Trades und Rohstoff-Trades können auf Basis einer Fundamentalanalyse erfolgreich geplant werden.

Die Begründung der Verfechter der Fundamentalanalyse ist denkbar einfach: ohne ein Unternehmen oder ein anderes Asset (z.B. Währungspaar-CFD oder Rohstoff-Future) zu kennen, kann man guten Gewissens einfach nicht in das entsprechende Wertpapier investieren! Damit steht die Fundamentalanalyse in scharfem Kontrast zur technischen Analyse . Diese Herangehensweise an die Analyse konzentriert sich auf Kursverläufe (Chartanalyse) und auf die mathematisch-statistischen Indikatoren (Indikatorenanalyse). In der Praxis kommt dabei meist eine sinnenhafte Kombination dieser beiden Ansätze zum Einsatz. Konkrete betriebs- und volkswirtschaftliche Daten werden von technischen Analysten eher selten beachtet, die theoretische Begründung dafür ist bestechend einfach: in den Kursen und Indikatoren sind die fundamentalen Daten bereits voll berücksichtigt!

Die Fachbegriffe Fundamentalanalyse und Value Investing sind spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts untrennbar verbunden. Vorreiter der fundamentalen Betrachtung von Unternehmen, Wertpapieren und Märkten war dabei der US-Investor Benjamin Graham. Heute steht der Name des US-Investors Warren Buffett fast schon synonym für Fundamentalanalyse und daraus resultierendes, erfolgreiches Value Investing. Charlie Munger, die rechte Hand von Warren Buffet bei Berkshire Hathaway, fasste in einer BBC-Dokumention die Checkliste des Value Investing in nicht mal einer Minute prägnant zusammen. Ganz ohne Kennzahlen und nur auf der Basis unternehmerischen Sachverstandes. Wer Trading einmal von dieser Perspektive betrachtet, bekommt einen ganz frischen Blick. Hier das Zitat im englischsprachigen Original mit deutscher Übersetzung:

„It’s a very simple set of ideas:

1) We have to deal in things that we’re capable of understanding.

2) A business with some intrinsic characteristics that give it a durable competitive advantage.

3) A management in place with a lot of integrity and talent.

4) No matter how wonderful it is, it’s not worth an infinite price, so we have to have a prica, that makes sense!“

„Im Grunde ist es ein ganz einfaches Konzept:

  1. Wir sollten nur mit Produkten handeln, die wir auch wirklich verstehen.
  2. Die wesentlichen Merkmale der Geschäftsidee müssen dauerhafte Wettbewerbsvorteile bieten. 3. Das Management muss wirklich fähig und rechtschaffen sein.
  3. Egal wie toll etwas sein mag – es ist nicht unendlich viel wert. Es muss dafür einen Preis geben, der auch Sinn macht.

Dieses Grundkonzept lässt sich übrigens auch auf Volkswirtschaften, sogar auf ganze Währungsräume, übertragen. Das „Management“ im obigen Beispiel kann dabei durch „Regierungskabinette“ und/oder „Finanzminister der Euro-Zone“ ersetzt werden. Die „Geschäftsidee“ entspricht ungefähr der fundamentalen Qualität und Struktur einer Volkswirtschaft, die entweder für die Herausforderungen der Globalisierung gerüstet ist – oder eben nicht. Auch der Preis von Forex-CFDs oder Getreide-Futures ist nicht beliebig groß, sondern es gibt stets einen sehr klar definierten Rahmen, wie viel für ein derartiges Asset bezahlt werden sollte. Ganz entscheidend bei der Übertragung ist der erste der vier Punkte: nur wer komplexe Finanzderivate wie Optionen oder Futures verstanden hat, sollte in sie investieren beziehungsweise mit ihnen handeln.

Zwischen den Verfechtern der Analyse-Traditionen „fundamentale Analyse“ und „technische Analyse“ herrscht spätestens den 1980er-Jahren eine gesunde Konkurrenz. Damals begann, unterstützt durch den rasanten Ausbau von globalen Kommunikationsnetzwerken, der Siegeszug der technischen Analyse. Dieser Trend wurde durch die Erfindung und Verbreitung des Internet noch einmal potenziert. Für die Mehrzahl der Anleger und Trader ist die Frage „Fundamentalanalyse oder technische Analyse?“ sogar eine quasi-religiöse Angelegenheit, bei der Argumente mit Inbrunst ausgetauscht werden. Schlimmstenfalls geht dabei die Objektivität verloren. In diesem Zusammenhang wird dann die genutzte Methode in den Himmel gelobt und der jeweils andere Ansatz dagegen herabgesetzt. Einigen bereitet diese Grundsatzdiskussion sicher Freude. Allerdings ist sie nicht zielführend. Im Gegenteil. Immer mehr Stimmen werden laut, dass die beiden Analyse-Wege nicht gegeneinander, sondern miteinander genutzt werden müssen, um an den immer stärker vernetzten globalen Finanzmärkten als Anleger mit den eigenen Handelsstrategien bestehen zu können. Werfen wir nun aber zuerst einmal einen Blick auf die Grundannahmen der Fundamentalanalyse!

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Die wichtigsten Grundlagen der Fundamentalanalyse

Die Prinzipien der Fundamentalanalyse lassen sich in drei wichtigen Leitsätzen prägnant zusammenfassen:

  • in den Charts und den Marktbewegungen sind noch nicht alle Daten eingepreist
  • der richtige, faire Preis für ein Asset wird über kurz oder lang erreicht
  • Marktineffizienzen können durch fundamentale Analyse entdeckt und ausgenutzt werden

Verfechter der fundamentalen Analyse verzichten deswegen entweder komplett auf die Analyse von Kursverläufen und Charts oder nutzen die technische Analyse lediglich um den genauen, zeitlichen Einstieg in ein Investment festzulegen. Um Aktien, Währungspaare und Rohstoffe analysieren zu können, braucht es einige grundlegende Fachbegriffe. Anders als bei der technischen Analyse, die mit Asset-übergreifenden Trendmodellen und Indikatoren arbeitet, gibt es bei der Fundamentalanalyse für verschiedene Anlageklassen jeweils andere fundamentale Parameter. Nachfolgend stellen wir Ihnen die wichtigsten vor.

Glossar: deutsche und englische Fachbegriffe der Fundamentalanalyse

Wer sich umfassend über Aktien (englisch: stocks), Währungen (englisch: currencies) und Rohstoffe (englisch: commodities) und die jeweiligen Kennzahlen und Einflussfaktoren informieren will, kommt um eine Recherche im englischsprachigen Raum nicht herum. Deswegen sind alle Kennzahlen und Fachbegriffe nachfolgend auch in der englischen Übersetzung aufgeführt. Dies wird Ihnen die Recherche erleichtern, zum Beispiel bei ausländischen Aktien, in den USA gehandelten Rohstoffen oder bei Währungspaaren aus dem angelsächsischen Raum.

Fundamentalanalyse für Aktien und Indizes: die wichtigsten Begriffe

Aktienrendite und TSR – total shareholder return

Eine wichtige Kennzahl zur Bewertung der Performance von Aktien. Diese Kennzahl ist weiter gefasst als die Dividendenrendite . Die Formel ist: Aktienrendite = (Endaktienkurs – Anfangsaktienkurs) + Dividenden ÷ Anfangsaktienkurs.

Cashflow (auch: Geldfluss, Kassenzufluss) und cash flow

Die entscheidende Kennzahl, um die Liquidität eines Unternehmens innerhalb eines bestimmten Vergleichszeitraums bewerten zu können.

Dividendenrendite und dividend yield

Eine wichtige Kennzahl zur Bewertung von Aktien. Die Formel ist: Dividendenrendite = Dividende ÷ Aktienkurs * 100 %

Eigenkapital (auch: Eigenmittel) und equity

Unternehmenskapital ohne Rückzahlungsverpflichtung, das Gegenteil von Fremdkapital

EKQ – Eigenkapitalquote und ER – equity ratio

Eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die gleichermaßen entscheidend für Unternehmen und Investoren (z.B. Aktionäre, Anleihen-emittierende Kreditinstitute, Gläubiger, Rating-Agenturen) ist. Mit ihrer Hilfe lässt sich die Kreditwürdigkeit und Kapitalstruktur einer Aktiengesellschaft in einer einzigen Zahl darstellen. Die Formel ist: Eigenkapitalquote = (wirtschaftliches) Eigenkapital ÷ Bilanzsumme (Gesamtkapital).

Fremdkapital (auch: Fremdmittel) und debt

Unternehmenskapital mit Rückzahlungsverpflichtung, das Gegenteil von Eigenkapital

GKR – Gesamtkapitalrentabilität und ROI – return on investment

Die wohl bekannteste betriebswirtschaftliche Kennzahl überhaupt. Mit ihr lässt sich abbilden, wie effizient der Einsatz von Kapital innerhalb eines bestimmten Vergleichszeitraums war. Die Formel ist: Gesamtkapitalrentabilität = (Reingewinn + Fremdkapitalzinsen) ÷ (Eigenkapital + Fremdkapital) * 100 %.

GVZS – Gewinn vor Zinsen und Steuern und EBIT – earnings before interest and taxes

GVZS und EBIT stehen für das operative Ergebnis. Die Berechnung findet dabei nach IFRS statt. Mithilfe dieser weit verbreiteten Kennzahl lässt sich der Gewinn eines Unternehmens in einem bestimmten Vergleichszeitraum darstellen.

Internationale Rechnungslegungsvorschriften für Unternehmen und International Financial Reporting Standards – IFRS

Die Weltgemeinschaft bemüht sich über das International Accounting Standards Board (IASB) um eine internationale Harmonisierung der Standards für Jahres- und Konzernabschlüsse. Nationale Rechtsvorschriften werden durch das IFRS-Regelwerk nach und nach abgelöst.

KBV – Kurs-Buchwert-Verhältnis und P/B Ratio – price-to-book ratio (auch: P/BV)

Eine Kennzahl des Value Investing, mit der sich die Börsenbewertung einer Aktiengesellschaft beurteilen lässt. Die Formel ist: KBV = Kurs einer Aktie ÷ Buchwert einer Aktie.

KCV – Kurs-Cashflow-Verhältnis (auch: KCF) und P/CF Ratio – price-cash-flow Ratio (auch: PCR, PCF)

Eine Kennzahl, die Kurs und Liquidität in Beziehung setzt. Der Kurs lässt sich leicht ermitteln, beim Cashflow muss dagegen zwischen verschiedenen Varianten unterschieden werden, zum Beispiel Brutto-Cash-Flow, operativer Cash-Flow oder freier Cash-Flow. Die Formel ist: KCV = Kurs einer Aktie ÷ Cashflow je Aktie.

KGV – Kurs-Gewinn-Verhältnis und P/E Ratio – price-earnings ratio (auch: PER, price-earning ratio)

Eine Kennzahl, mit der sich Aktien in einem bestimmten Vergleichszeitraum beurteilen lassen. Die Formel ist: KGV = Kurs einer Aktie ÷ Gewinn einer Aktie.

KKQ – Kernkapitalquote und Core Capital Quota (auch: tier 1 ratio)

Eine Variante der Eigenkapitalquote (equity ratio), die bei Kreditinstituten zum Einsatz kommt .

KUV – Kurs-Umsatz-Verhältnis und P/S Ratio – price-sales ratio (auch: PSR)

Eine Kennzahl, die einen ähnlichen Ansatz verfolgt wie der KGV und bei Unternehmen mit schwankender Umsatzrendite eingesetzt werden sollte. Die Formel ist: KUV = Kurs einer Aktie ÷ Umsatz je Aktie.

Umsatzrendite und ROS – return on sales

Bei der Umsatzrendite wird zwischen Netto-Umsatzrendite und Brutto-Umsatzrendite unterschieden. Die Formeln sind: Netto-Umsatzrendite = Gewinn ÷ Umsatz * 100 % beziehungsweise Brutto-Umsatzrendite = Gewinn vor Steuern ÷ Umsatz * 100 %.

V – Verschuldungsgrad und DER – debt to equity ratio (auch: DER, debt/equity ratio, gearing ratio, leverage ratio)

Eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, in der das Verhältnis zwischen Fremdkapital und Eigenkapital abgebildet wird. Aus ihr lassen sich Informationen über die Finanzierungsstruktur des Unternehmens ablesen. Beim Verschuldungsgrad wird zwischen nicht-dynamischem Verschuldungsgrad und dynamischem Verschuldungsgrad unterschieden. Die Formeln sind: Verschuldungsgrad = Fremdkapital ÷ Eigenkapital beziehungsweise dynamischer Verschuldungsgrad = Fremdkapital ÷ Cashflow

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Fundamentalanalyse für Währungen und Währungspaare: die wichtigsten Begriffe

Das Angebot und die Nachfrage nach Währungen (z.B. EUR oder USD), jeweils abgebildet in Währungspaaren (z.B. EUR/USD), ist nicht nur der Psychologie an den Märkten geschuldet. Die Kursentwicklung ist erst recht kein Zufallsprodukt, sondern ruht im Wesentlichen auf sechs Säulen:

Wer sich bei Planung und Analyse eines Forex-Trades – egal ob technisch oder fundamental analysiert wird – auf die Analyse des Devisenmarktes (Forex-Markt) selbst beschränkt, greift also mindestens fünf Schritte zu kurz. Die sechs Säulen bestehen wiederum aus sehr vielen einzelnen Komponenten, die untereinander zum Teil sehr erhebliche Wechselwirkungen haben. Nachfolgend sind einige sehr relevante Faktoren aufgelistet:

  • allgemeine konjunkturelle Entwicklung
  • Entwicklung der Exporte und Import bedeutender Volkswirtschaften
  • Handelsbilanzen einzelner Länder
  • Geldpolitik der Notenbanken
  • politisch gewünschte, künstliche Eingriffe der Notenbanken
  • aktuelle Daten und Prognosen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP)
  • aktuelle Daten und Prognosen zu den Arbeitsmärkten
  • Leistungsbilanzüberschüsse und Leistungsbilanzdefizite innerhalb der EU

Um diese komplexe Ausgangssituation mit einer sehr hohen Zahl von Variablen analytisch in den Griff zu bekommen, greift die Fundamentalanalyse zu drei theoretischen Modellen rund um die Parität (ausgewogenes Verhältnis, Gleichstellung, Gleichsetzung):

Kreuzparität und cross rate

Die Entwicklung eines Währungspaars kann indirekt, aber sehr stark, durch ein weiteres Währungspaar beeinflusst werden. Ein gegenüber dem Euro erstarkender Yen (dargestellt in EUR/JPY) beeinflusst so beispielsweise die Entwicklung im Währungspaar EUR/USD und führt in der Regel auch hier zu einem schwächeren Euro.

KKP – Kaufkraftparität und PPP – purchasing power parity

Die Theorie der Kaufkraftparität ist eine wichtige Herangehensweise aus der Volkswirtschaft und gehört dort zum Bereich der makroökonomischen Analyse . Verglichen werden entweder mindestens zwei Länder im gleichen Währungsraum (z.B. Deutschland und Frankreich) oder mindestens zwei Länder in unterschiedlichen Währungsräumen (z.B. Deutschland und Kanada). Im ersten Szenario liegt Kaufkraftparität vor, wenn Waren und Dienstleistungen eines definierten Warenkorbes für gleich hohe Geldbeträge erworben werden können. Im zweiten Szenario müssen die Geldbeträge erst durch die Umrechnung über Wechselkurse vergleichbar gemacht werden. Wenn die unterschiedlichen Währungen dabei die identische Kaufkraft haben, herrscht Kaufkraftparität vor und der nominale Wechselkurs entspricht dem realen Wechselkurs.

Zinsparität und interest rate parity

Die Theorie der Zinsparität ist ebenfalls ein bewährtes volkswirtschaftliches Analyse-Modell, sie ist allerdings älter als die Theorie der Kaufkraftparität. Die Zinsparitätstheorie geht auf John Maynard Keynes zurück. Über seine Theorie lässt sich zufällig wirkendes Anlegerverhalten zumindest teilweise besser erklären. Diese Theorie erklärt Wechselkursschwankungen dabei in erster Linie mit den Wanderungen von Kapitalanlegern: diese zieht es immer dorthin, wo die attraktivste Rendite erwirtschaftet werden kann. In der Theorie wird dabei zwischen gedeckter Zinsparität (englisch: covered interest rate parity) und ungedeckter Zinsparität (englisch: uncovered interest rate parity) unterschieden. Hier erfahren Sie mehr zu diesem Ansatz , mit dem sich kurzfristige Wechselkursbewegungen am Devisenmarkt erklären lassen.

Fundamentalanalyse für Rohstoffe: die wichtigsten Begriffe

Die Preisentwicklungen von Rohstoffen – egal ob Edelmetalle (z.B. Gold), Nichtedelmetalle (z.B. Uran), Lebensmittel (z.B. Getreide) oder Energie (z.B. Rohöl) – beruht natürlich auf Angebot und Nachfrage. Hier gilt also das gleiche Grundprinzip wie bei Gütern oder Wertpapieren. Die Hintergründe für Kursentwicklungen sind allerdings eher so komplex wie bei Währungen und Wechselkurse. Angebot und Nachfrage nach Rohstoffen werden zum Beispiel bestimmt durch:

  • das Einkaufsverhalten von industriellen Marktführern
  • das Verkaufsverhalten von wichtigen Produzentenländern
  • die insgesamt, wachsende globale Nachfrage durch das Wachstum in Schwellenländern
  • die Transaktionen von Hedgefonds und Investmentbankern
  • die Währungsentwicklungen von Leitwährungen wie dem USD und den Wechselkursen in Währungspaaren wie USD und EUR
  • den von Menschen verursachten Klimawandel
  • natürliche, klimatische Veränderungen im Jahresverlauf
  • das Auftreten von Krankheiten in Nutztierbeständen
  • die Handelspolitik einflussreicher Staaten
  • die Verabschiedung beziehungsweise Nicht-Verabschiedung von Freihandelsabkommen
  • den Aufbau und Abbau von Exportschranken
  • die Anwendung oder Aufhebung von Strafzöllen auf begehrte Rohstoffe
  • politische Unruhen in einem Schlüsselland für ein bestimmtes Produkt (Uran aus Kasachstan stellt beispielsweise mehr als 30 % des Weltmarktes)
  • den wissenschaftlichen Fortschritt beim Ersatz von endlichen Naturrohstoffen durch künstlich erzeugte Rohstoffe (aus der Asche von Kohlekraftwerken kann beispielsweise mittlerweile Uran gewonnen werden)

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Grundlagen der Fundamentalanalyse: Jede Analyse ist stets Interpretation!

Die Fundamentalanalyse ist allein schon aufgrund der je nach Asset sehr unterschiedlichen Kennzahlen deutlich weniger anpassungsfähig als ihr Gegenmodell, die technische Analyse. Selbst ein erfahrenen „Fundamentalist“ tut sich bei der Einarbeitung in einen neuen Markt anfangs also schwer. Die technische Analyse kann, als Asset-unabhängige Methode, dagegen vom interessierten Anleger vergleichsweise schnell auf neue Märkte übertragen werden.

Beide Methoden der Analyse haben allerdings etwas gemeinsam: jede Analyse ist stets Interpretation, es gibt also keine unumstößlichen Wahrheiten. Zu diesem Interpretationsspielraum gehören, ganz unvermeidlich, auch Fehleinschätzungen. Während die technische Analyse grundsätzlich sehr anfällig für unsaubere Detailarbeit ist, verzeiht die fundamentale Analyse kleinere Fehler besser, auch weil der Anlagehorizont von Value Investoren in der Regel langfristiger ist. Die wissenschaftliche Validität der Fundamentalanalyse ist mittlerweile umstritten. Hier ergeht es diesem über lange Jahre als unumstößlich angesehenen Denkansatz also nicht mehr nicht besser als der schon immer stärker kritisierten technischen Analyse. Sowohl die technische Analyse als auch die Fundamentalanalyse kollidieren mit neueren Finanzmarkttheorien wie der „Effizienzmarkthypothese“ und dem „Random Walk“. Diese Theorien sind allerdings auch selbst zum Teil durchaus umstritten.

Möglichkeiten und Grenzen der Fundamentalanalyse

Die Frage „Technische Analyse oder Fundamentalanalyse?“ kann nicht im luftleeren Raum beantwortet werden. Die richtige Antwort hängt in erster Linie von Ihrer Ausrichtung als Privatanleger ab. Je kurzfristiger Sie investieren, desto mehr können Sie die technische Analyse miteinbeziehen. Je langfristiger Sie planen, desto mehr sollten Sie sich auf die Fundamentalanalyse verlassen. Beide Ansätze sind übrigens keine absoluten Wahrheiten, sondern nur Bezugssysteme, finanzielle Weltanschauungen. Manche würden sagen: einfach nur Theorien! Genau verhält es sich mit dem aktuellen Trend „Behavioral Finance“, der Verhaltensökonomik . Verfechter dieses Ansatzes zweifeln übrigens sowohl an der Validität der technischen Analyse als auch an der Gültigkeit der Fundamentalanalyse.

Diese allgegenwärtige Unsicherheit zwischen verschiedenen „Glaubensrichtungen“ und unbewiesenen Theorien müssen Sie als Wertpapierhändler aushalten können, denn schon die „normale“ Welt besteht aus Unschärfen und Unsicherheiten. Diese sind die Regel und nicht die Ausnahme. Auf die globalen Finanzmärkte trifft diese Verschwommenheit (englisch: fuzziness) in besonderem Maße zu, denn diese Systeme sind komplex und die Datenlage ist unbestimmt. Dennoch müssen aktive Privatanleger auf dieser Basis tagtäglich möglichst gute Entscheidungen treffen.

Wer sich näher mit den Möglichkeiten und Grenzen der Fundamentalanalyse beschäftigen möchte, dem legen wir die Erkenntnisse des polnisch-schweizerischen Mathematikers Edward Kofler nahe. Er hat sich besonders intensiv mit der Spieltheorie und der Fuzzy-Logik beschäftigt und daraus die Theorie der linearen partiellen Information erarbeitet. Mit Hilfe dieser Theorie solle es gelingen praxisnahe Entscheidungen zu treffen, trotz der allgegenwärtigen Unschärfe der Daten- und Informationslage. Sehr interessant könnte für den ambitionierten Privatanleger auch der wissenschaftliche Beitrag „Financial markets analysis by using a probabilistic fuzzy modelling approach“ (Jan van den Berg , Uzay Kaymak, , Willem-Max van den Bergh) sein. Hier finden Sie eine inhaltliche Vorschau und können bei Interesse das PDF kostenfrei ansehen und herunterladen.

7 wichtige Fachbücher zur Fundamentalanalyse

1) Ein exzellenter Einstieg in das Thema Fundamentalanalyse ist ein Standardwerk von 1949, „ The Intelligent Investor „, verfasst von Benjamin Graham. Wer sich auch für die historische Entwicklung der Fundamentalanalyse interessiert, kann alternativ auch schon mit Grahams erstem Werk, „ Security Analysis “ aus dem Jahr 1934 starten.

2) 2020 ist Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse: Praxisnahe Einführung mit zahlreichen Fallbeispielen börsennotierter Unternehmen von Nicolas Schmidlin erschienen. Das Buch hat, wenn man den sehr guten Rezensionen Glauben schenken darf, durchaus das Potential zu einem deutschsprachigen Klassiker für den Einstieg in die Fundamentalanalyse zu werden.

3) Nicht ganz billig in der Anschaffung, dafür aber besonders lesenswert, ist der Geheimtipp Fundamentalanalyse im Portfoliomanagement: Konjunkturindikatoren verstehen und analysieren von Conrad Mattern . Dieses Buch verknüpft Theorien aus der Fundamentalanalyse mit praktischen Strategien aus dem Portfoliomanagement zu einem wirkungsvollen Gesamtkonzept.

4) Wer ausreichende mathematische Vorkenntnisse hat, sollte in einer gut sortierten Fachbuchhandlung einmal einen Blick in Fundamentale Analyse von Jack D Schwager werfen. Es gibt von diesem Autoren auch noch weitere Bücher aus der Serie „Schwager on Futures“.

5) Das Unternehmen RBS RoeverBroennerSusat, eine mittelständische Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft aus Deutschland, betreibt die sehr hilfreiche Webseite IFRS-Portal. Dort sind zahlreiche Informationen zu den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den International Accounting Standards (IAS) hinterlegt. Auf dem IFRS-Portal gibt es auch einen eigenen Bereich, in dem relevante und aktuelle Fachbücher zu den Themen IFRS und IAS empfohlen werden.

6) Mit seinem Wegweiser für Investoren zur Analyse des deutschen Aktienmarktes: Führt die Fundamentalanalyse oder die Technische Analyse zur höheren Rendite? unternimmt der junge, österreichische Autor Clemens Liepert einen mutigen Versuch. Das 2020 veröffentlichte Buch nähert sich der Antwort auf die Glaubensfrage „Fundamentalanalyse oder technische Analyse?“ auf Basis von zahlreichen ausgewerteten Studien an.

7) Die Versöhnung von Fundamentalanalyse und technischer Analyse scheint ein wichtiger Trend zu sein. Kein Wunder eigentlich, kommen doch beide Methoden durch die Erkenntnisse der Behavioral Finance aktuell stark unter Druck. Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang die englischsprachige Dissertation von Ute Bonenkamp: Combining Technical and Fundamental Trading Strategies: Profits, Market Reactions, and Use by Professional Investors.

7 Experten, die auf YouTube aktiv sind

1) In Deutschland ist der offizielle YouTube-Kanal „Talks at Google“ noch überraschend wenig bekannt, dabei ist er schon seit 2005 auf Sendung. Wir empfehlen gerne diesen Geheimtipp , denn hier gibt es sehr regelmäßig aktuelle und relevante Beiträge zur Fundamentalanalyse. Es diskutieren zum Beispiel John Heins und Whitney Tilson über „The Art of Value Investing“ und Tobias Carlisle referiert über „Deep Value Investing„.

2) Sehr aufschlussreich ist sicher auch die BBC-Dokumentation „ Warren Buffett: The World’s Greatest Money Maker “ über die Value-Investing-Legende Warren Buffett. Dem Reporter Evan Davis ist es sehr gut gelungen, die vielschichtige Persönlichkeit des Investors von allen Seiten zu beleuchten, natürlich kommt auch Buffett selbst zu Wort.

3) Eniteo.de, das Derivateportal der DZ Bank, hat einen YouTube-Kanal . Anders als bei vielen anderen Brokern und Banken, die voll und ganz auf die technische Analyse setzen, wird hier auch regelmäßig der Fundamentalanalyse Raum gegeben. Es geht beispielsweise um Themen wie „ Fundamentalanalyse – Null-Zinsen, Aktienboom und sinkende Inflationsrate. Ist wirklich alles gut ?„.

4) Von sehr unterschiedlicher Qualität sind die Beiträge auf TradimoDE, dem YouTube-Kanal der Trading-Plattform tradimo.de . Das liegt in erster Linie daran, dass an dieser „kostenlosen Trading-Schule“ verschiedene Börsen-Experten mit unterschiedlichen Hintergründen und unterschiedlichen Erfahrungshorizonten unterrichten. Eine gezielte Suche nach aktuellen, häufig gesehenen Beiträgen und/oder sehr gut bewerteten Kurz-Videos zur Fundamentalanalyse lohnt sich, gerade für Trading-Anfänger, hier aber in jedem Fall.

Die Zahl der Experten und Anbieter, die zum Thema „Fundamentalanalyse“ auf YouTube und anderen Videoportalen vertreten sind, ist leider deutlich geringer als die Zahl der Experten zur Technischen Analyse. Das liegt unter anderem daran, dass die Fundamentalanalyse mehr Wissen, einen fundierten betriebswirtschaftlichen Hintergrund und Verständnis für größere Zusammenhänge erfordert. Deswegen lässt es sich leider nicht vermeiden, nachfolgend einige gute YouTube-Kanäle von Online-Brokern zu empfehlen. Es besteht kein Interessenkonflikt bei aktiendepot.de, denn die Testergebnisse zu einzelnen Brokern wurden und werden durch die nachfolgenden Empfehlungen zu keinem Zeitpunkt beeinflusst.

5) Hier geht es zum YouTube-Kanal von LYNX. Sehr gut geeignet für den Einstieg sind dabei die beiden jeweils rund 1-stündigen Webinare von Dirk Friczewsky, die hier und hier abgerufen werden können. Wenn Sie wissen möchten, wie der Broker LYNX im großen Depot-Test der Aktiendepot-Redaktion abgeschnitten hat, klicken Sie bitte hier .

6) Hier finden Sie den YouTube-Kanal von XTB Deutschland. Mindestens sehenswert ist dort die mehrteilige Serie „Fundamentalanalyse vs. Chartanalyse – Halver vs. Oldenburger“.

7) Hier geht es zum YouTube-Kanal des Online-Brokers Admiral Markets. Für den Einstieg empfehlen wir das rund 1-stündige Video „Fundamental analysis“ von Nenad Kerkez . Die Sprachqualität ist leider schlecht, die Inhalte sind allerdings höchst interessant. Wenn Sie wissen möchten, wie Admiral Markets im großen Depot-Test der Aktiendepot-Redaktion abgeschnitten hat, klicken Sie bitte hier .

7 gute Webseiten zum Thema „Fundamentalanalyse“

1) Auf den Servern der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) gibt es einige hoch interessante Vorlesungsskripte aus höheren Semestern, zum Beispiel zu Themen wie „ Fundamentalanalyse “ und „ Unternehmensbewertung „. Diese Dokumente können als PDF-Dateien online abgerufen werden. Wir empfehlen einen Download, denn es ist nicht garantiert, dass diese Inhalte auf Dauer verfügbar sind.

2) AKTIENKAUFEN.COM ist eines unserer Partnerportale. Dort gibt es 7 aufeinander aufbauende Lektionen zur Fundamentalanalyse . Besprochen werden entscheidende Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis, EBIT, EBITDA und Jahresüberschuss, aber auch spannende Diskussionsthemen wie „Small Caps versus Large Caps“ werden ausführlich behandelt.

3) Seit 2005 bieten die Wiener Börse Akademie und das WIFI Management Forum in enger Kooperation jedes Jahr viele hochinteressante Seminare an. Auch die Fundamentalanalyse spielt im kostenpflichtigen Kursangebot eine wichtige Rolle. Behandelt werden Themen wie „Volkswirtschaftliche Kennzahlen und deren börsenrelevante Interpretation“, „Frühwarnindikatoren“ oder „Erfolgsorientierte Unternehmensbewertung (DCF)“.

4) Auch bei den Webseiten-Empfehlungen zur Fundamentalanalyse empfehlen wir gerne das IFRS-Portal der mittelständischen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft RBS RoeverBroennerSusat. Die auf diesem Fachportal veröffentlichten Informationen helfen Ihnen als aktivem Privatanleger dabei, die Bilanzen und Bilanzierungspraktiken von deutschen, europäischen und international operierenden Aktien- und Kapitalgesellschaften besser und effizienter zu durchschauen. Dies ist sehr entscheidend, denn alle Kennzahlen der Fundamentalanalyse basieren natürlich auf den Daten aus der Bilanz.

5) Die Recherche in den Geschäftsberichten und Bilanzen von Unternehmen ist zeitaufwändig und nur vergleichsweise wenige Unternehmen kommen letztendlich überhaupt für ein Investment in Frage. Bei der Vorauswahl von geeigneten Kandidaten für eine eingehendere Fundamentalanalyse hilft die Webseite der Frankfurter Börse. Hier sind die Fundamentaldaten von Unternehmen über lange Zeiträume abrufbar.

6) Einen noch weiteren Blick in die Vergangenheit von Unternehmen erlaubt im deutschsprachigen Raum nur die Börsen-Plattform ariva.de. Die historischen Kurse können hier sogar heruntergeladen werden. Dadurch können sie zum Beispiel für das Back Testing und die Analyse von historischen Volatilitätswerten genutzt werden.

7) Ähnlich hilfreich wie ariva.de ist onvista.de. Da auf aktiendepot.de objektiv verglichen und Online-Broker realistisch getestet werden, wollen wir nicht verschweigen, dass dieser Anbieter auch als Bank und Brokerhaus tätig ist. Hervorgegangen ist dieses Geschäftsmodell aus dem genauso übersichtlichen wie erfolgreichen Finanzportal .

Unser Fazit zur Fundamentalanalyse

  1. Fundamentalanalyse: seit den 1980er-Jahren verliert diese Methode an Boden
  2. Technische Analyse vs. Fundamentalanalyse: beide haben Ihre Wurzeln in 1920er-Jahren
  3. Fundamentalanalyse (PDF):Hier klicken, um diesen Ratgeber herunterzuladen

6. Kennzahlen der fundamentalen Aktienanalyse

Handelsplatz geschlossen. Öffnungszeiten: 07:30 – 23:00 Uhr.

Handelsplatz geschlossen: Brief 9,296 ( 546 ) Kaufen
Eröffnung 9,09 Hoch / Tief (09.04.20) 9,35 / 8,89 Gehandelte Aktien (09.04.20) 9.647 Stk. Handelsplatz geschlossen: Geld 9,192 ( 546 Stk. ) Verkaufen Vortag 9,09 Hoch / Tief (1 Jahr) 11,59 / 6,01 Performance 1 Monat / 1 Jahr +13,84% / +2,74%

Kennzahlen zu Aixtron

Geschäftsjahresende: 31.12.

Gewinn Mehr Informationen: Ergebnis je Aktie:
Der Gewinn je Aktie ist eine für die Beurteilung der Ertragskraft einer Unternehmung wichtige Kennzahl, die angibt, welcher Teil des gesamten Unternehmensgewinns auf eine Aktie entfällt.

KGV:
Bei dem KGV, dem Kurs-Gewinn-Verhältnis, handelt es sich um eine Rentabilitätskennziffer, die im Rahmen der Aktienanalyse errechnet wird. Mit dem KGV wird zum Ausdruck gebracht, mit welchem Vielfachen des Jahresgewinns eine Aktie an der Börse bewertet wird.

Gewinnwachstum:
Das Gewinnwachstum beschreibt die prozentuale Veränderung des Gewinns pro Aktie vom Vorjahr zum aktuellen Jahr.

PEG:
Die Kennzahl Price-Earning to Growth-Ratio (PEG) setzt das KGV eines Geschäftsjahres in Relation zum erwarteten Gewinnwachstum im kommenden Geschäftsjahr. 2022e 2021e 2020e 2020 2020 2020 2020 Gewinn pro Aktie in EUR 0,52 0,40 0,29 0,29 0,41 0,06 -0,22 KGV 17,37 22,64 31,15 29,40 20,50 193,00 – Gewinnwachstum +26,14% +34,92% +0,28% -29,26% +583,33% – -15,38% PEG – 0,74 0,82 18,73 -0,70 0,33 –

Dividende Mehr Informationen: Dividende je Aktie:
Anteil des Bilanzgewinns je Aktie an einer Aktiengesellschaft, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Dividende wird entweder in Prozent des Nennwertes oder in Währungseinheiten pro Stück ausgedrückt.

Dividendenrendite:
Die Dividendenrendite ist eine Kennzahl zur Bewertung und zum Vergleich von Aktien. Die Dividendenrendite setzt die vom Unternehmen gezahlte Dividende mit dem Kurs der Aktien ins Verhältnis. Diese Kennzahl kann sowohl auf Basis der momentan gezahlten Dividende, als auch auf Basis von erwarteten künftigen Dividenden berechnet werden.

2022e 2021e 2020e 2020 2020 2020 2020
Dividende (netto) in EUR 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Dividendenrendite 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Cash-Flow Mehr Informationen: Cash-Flow pro Aktie:
Als Cash-Flow bezeichnet man den Nettozugang an liquiden (flüssigen) Mitteln aus der Umsatztätigkeit und sonstigen laufenden Aktivitäten während einer Periode.

Kurs-Cash-Flow:
Der Kurs-Cash-Flow ist der Quotient aus Cash-Flow je Aktie und dem Aktienkurs. Dabei wird der Aktienkurs durch den Cash-Flow je Aktie dividiert.

2022e 2021e 2020e 2020 2020 2020 2020
Cashflow pro Aktie in EUR 0,50 0,48 0,42 0,38 0,12 0,63 -0,34
Kurs-Cashflow Verhältnis (KCV) 18,25 18,81 21,70 22,44 70,06 18,38 -9,11
Umsatz Mehr Informationen: Umsatz:
Der Umsatz ist der in der Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens ausgewiesene Wert der im Geschäftsjahr erzielten Erlöse eines Unternehmens.

Umsatzwachstum:
Das Umsatzwachstum beschreibt durchschnittliche prozentuale Veränderung des Umsatzes.

Umsatz pro Mitarbeiter:
Diese Kennzahl ermöglicht interessante Vergleiche. Sie sagt aus wieviel Umsatz pro Mitarbeiter des Unternehmens erzielt wird. Je höher das Verhältnis Umsatz/Mitarbeiter desto schlagkräftiger scheint die jeweillige Gesellschaft organisiert. Man erhält somit eine quantitative Aussage über die Effizienz und die Managementqualitäten einer Unternehmung.

2020 2020 2020 2020
Umsatz in Mio. EUR 259,60 268,80 230,40 196,50
Umsatzwachstum -3,42% +16,66% +17,25% -0,65%
Umsatz pro Mitarbeiter in EUR 377.325,58 428.025,47 396.557,65 278.723,40
Buchwert Mehr Informationen: Buchwert pro Aktie:
Der Buchwert pro Aktie bezeichnet den bilanziellen Wert des Unternehmensteils, der dem Anleger in Form einer Aktie gehört. Er entspricht dem ausgewiesenen Eigenkapital dividiert durch die Zahl der ausgegebenen Aktien des Unternehmens.

Kurs-Buchwert Verhältnis:
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) stellt den aktuellen Börsenkurs einer Aktie seinem bilanziell ausgewiesenem Buchwert pro Aktie gegenüber. Diese Kennzahl ermöglicht eine Aussage darüber, mit welchem Aufschlag das eingesetzte Kapital an der Börse bewertet wird.

2020 2020 2020 2020
Buchwert pro Aktie in EUR 4,10 3,80 3,30 3,31
Kurs-Buchwert-Verhältnis 2,08 2,21 3,50 0,93
Bilanz Mehr Informationen: Bilanzsumme:
Summe der Aktiva bzw. der Passiva in der Bilanz. Zu unterscheiden vom Geschäftsvolumen, das neben der Bilanzsumme bestimmte, außerhalb der eigentlichen Bilanz gezeigte, Positionen umfaßt.

Eigenkapitalquote:
Die Eigenkapitalquote errechnet sich aus dem prozentualem Verhältnis des Eigenkapitals zur Bilanzsumme eines Unternehmens. Sie beschreibt den Grad der wirtschaftlichen und finanziellen Stabilität der Unternehmung.

Verschuldungsgrad:
Der Verschuldungsgrad eines Unternehmens berechnet sich aus dem Fremdkapital im Verhältnis zum Eigenkapital. Grundsätzlich gilt, je höher der Verschuldungsgrad eines Unternehmens umso abhöngiger ist das Unternehmen von externen Gläubigern.

Verschuldungsgrad – dynamisch:
Der Dynamische Verschuldungsgrad berechnet sich aus der Division der aktuellen Verschuldung des Unternehmens, durch den Cash-Flow des letzten Geschäftsjahres. Der dynamische Verschuldungsgrad gilt als ergänzende Kennzahl zur Beurteilung der Schuldentilungsfähigkeit einer Unternehmung.

Bilanzierungsmethode:
Zwischen den Bilanzsystemen nach dem Handelsgesetzbuch (HGB), International Accounting Standards (IAS), General Accepted Accounting Principles (US-GAAP) oder denn sonstigen National Accouting Standards (NAS) liegen erhebliche Unterschiede.

2020 2020 2020 2020
Bilanzsumme in Mio. EUR 563,00 538,90 455,10 436,20
Eigenkapitalquote +82,43% +79,73% +81,05% +84,75%
Verschuldungsgrad +21,31% +25,41% +23,36% +17,98%
dynam. Verschuldungsgrad +231,07% +840,00% +122,96% -176,39%
Bilanzierungsmethode IFRS IFRS IFRS IFRS
Marktkapitalisierung Mehr Informationen: Marktkapitalisierung:
Die Marktkapitalisierung gibt den aktuellen Börsenwert des Unternehmens an. Sie berechnet sich aus der Gesamtzahl der umlaufenden Aktien multipliziert mit dem aktuellen Kurs der Aktie.

Marktkapitalisierung zu Umsatz:
Diese Kennzahl setzt die Marktkapitalisierung ins Verhältnis zum Umsatz des Unternehmens im Geschäftsjahr. Für die Berechnung der aktuellen Kennzahl Marktkapitalisierung / Umsatz wird die Marktkapitalisierung des vergangenen Geschäftsjahres ins Verhältnis zum Umsatz des letzten Geschäftsjahres gesetzt. Sie sagt aus, wie hoch ein Euro Umsatz an der Börse bewertet wird. Je höher diese Kennzahl ist, desto höher wird das Unternehmen an der Börse bewertet. Zum Beispiel sagt ein Wert von 0,50 aus, daß ein Euro Umsatz zur Zeit mit 50 Cents an der Börse bewertet wird.

Marktkapitalisierung pro Mitarbeiter:
Diese Kennzahl setzt die Börsenbewertung der gesamten Gesellschaft ins Verhältnis zur Zahl der Beschäftigten. Hieran kann man erkennen, wie die Märkte im jeweiligen Geschäftsjahr einen Mitarbeiter des Unternehmens bewertet haben.

Marketvalue-EBITDA Ratio:
Diese Kennzahl setzt die Marktkapitalisierung ins Verhältnis zum EBITDA des Unternehmens im Geschäftsjahr. Für die Berechnung der aktuellen Kennzahl Marktkapitalisierung / Umsatz wird die Marktkapitalisierung des vergangenen Geschäftsjahres ins Verhältnis zum Umsatz des letzten Geschäftsjahres gesetzt.

2020 2020 2020 2020
Marktkapitalisierung in Mio. EUR 963,04 949,49 1.294,66 346,02
Marktkapitalisierung/Umsatz 3,70 3,53 5,61 1,76
Marktkapitalisierung/Mitarbeiter in EUR 1.399.769,55 1.511.927,09 2.228.342,78 490.815,66
Marktkapitalisierung/EBITDA 19,65 18,43 57,28 -43,25
Rentabilität Mehr Informationen: Cash-Flow-Marge:
Die Cash-Flow-Marge gibt an, wieviel Prozent der Umsatzerlöse dem Unternehmen zur Investitionsfinanzierung, Schuldentilgung und Dividendenzahlung frei zur Verfügung stehen. Sie ist Maßstab für die Ertrags- und Selbstfinanzierungskraft des Unternehmens.

EBIT-Marge:
Die EBIT-Marge (EBIT-Umsatzrendite) berechnet sich aus der Relation des EBIT zum Umsatz. Sie ist als relative Kennzahl prädestiniert um die EBIT-Ertragskraft verschiedener Gesellschaften miteinander zu vergleichen.

EBITDA-Marge:
Die EBITDA-Marge (EBITDA-Umsatzrendite) berechnet sich aus der Relation des EBITDA zum Umsatz. Sie ist als relative Kennzahl prädestiniert um die EBITDA-Ertragskraft verschiedener Gesellschaften miteinander zu vergleichen.

Eigenkapitalrendite:
Jahresüberschuß (vor Steuern) in Prozent des jahresdurchschnittlich eingesetzten Eigenkapitals. Sie zeigt damit die Verzinsung des von Aktionären im Unternehmen eingesetzten Kapitals an und stellt so ein Maß für die Rentabilität dar.

Gesamtkapitalrendite:
Die Gesamtkapitalrendite errechnet sich aus dem Jahresüberschuß zuzüglich der als Aufwand gebuchten Zinsen für das Fremdkapital, dividiert durch das gesamte von der Unternehmung eingesetzte Kapital. Die Gesamtkapitalrentabilität ist ein Maß dafür, wie effizient das Unternehmen mit den ihm insgesamt zur Verfügung stehenden Mitteln gearbeitet hat.

Cash-Flow Return on Investment:
Die Kennzahl Cash-Flow – Return on Investment setzt den Cash-Flow eines Unternehmens ins Verhältnis zum gesamten investierten Kapital einer Unternehmung. Verglichen mit der Gesamtkapitalrentabilität hat der CFROI den Vorzug, daß er die verschiedenen Bilanzierungsrichtlinien aufgrund der Vorteile des Cash-Flows weitestgehend neutralisiert.

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